Die Zukunft des Flottbeker Markts?

Wir können Ihnen nun die Pläne der Hamburger Projektentwicklungsgesellschaft PEG präsentieren, die im Auftrag von Aldi den Flottbeker Markt bebauen möchte. Nach einer Kontroverse mit der Anwohnerinitiative „Rettet den Flottbeker Markt“ stimmte der Projektentwickler einer Veröffentlichung zu.

Am Donnerstag, 2.7., wurden 11 Personen der Anwohnerinitiative zur ersten Informationsveranstaltung eingeladen. Der PEG-Geschäftsführer Christian Marquardt zeigte, wie er sich die Zukunft des Flottbeker Markts vorstellt: Fünfgeschossige Wohnblocks mit einem um ein Drittel größeren Aldi-Markt im Erdgeschoss. Der Markt- bzw. Parkplatz soll in das Regenrückhaltebecken gegenüber des Flottbeker Marktwegs verlegt werden. Die Zufahrt zu Aldi und den neuen Wohnblocks soll über die Groß Flottbeker Straße erfolgen.

Zwar wurden die Pläne als „Ideen“ und „Planungen, die ganz am Anfang stehen“, bezeichnet, dennoch gibt es bereits seit Ende 2018 Gespräche mit dem zuständigen Bezirksamt Altona über das bestehende Planrecht, die Aufstellung eines Bebauungsplans, die Klärung der Anforderungen an eine Marktverlegung, die Vorprüfung der technischen Umsetzbarkeit und über die Funktionalität des Regenrückhaltebeckens. Ebenso wurde mit dem Marktmeister und einigen Vertreterinnen der Marktbeschicker – und wohl auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Aldi über die Pläne gesprochen.

Der Anwohnerinitiative wurde eine Broschüre mit Skizzen zu den Projektplänen ausgehändigt. Diese Broschüre steht Ihnen hier als PDF-Download zur Verfügung. 

Wir weisen an dieser Stelle darauf hin, dass eine Vervielfältigung und die Verwendung von einzelnen Inhalten aus der Projektbroschüre untersagt und nur mit Genehmigung der PEG erlaubt sind!

DOWNLOAD PROJEKTPLÄNE

Die Broschüre ist mit dem auf der Informationsveranstaltung verteilten Heft identisch – bis auf den Hinweis des Investors: In der am 2.7. verteilten Fassung ist die „PEG Hamburg, Projektentwickler im Auftrag von ALDI“ als Herausgeber genannt, im PDF ist nur noch die „PEG Hamburg, Projektentwickler“ genannt.

Was wollen wir?

Wir wollen größtmögliche Transparenz herstellen über Pläne, die die Zukunft des Marktes und der umliegenden Grünflächen betreffen. Wir wollen und werden Sie weiter informieren, Sie, die Anwohnerinnen und Anwohner, die Marktbesucher und -beschicker, alle, die ein Interesse an der Zukunft des Marktes haben.

Wir lehnen die Pläne der PEG ab und greifen hier nur vier Behauptungen aus den „Ideen für den Flottbeker Markt“ heraus, die realitätsfremd sind, bzw. von falschen Voraussetzungen

ausgehen:

1. Die Bebauung auf dem instabilen Untergrund: 
Das gesamte Gelände liegt auf einem Salzstock, der zuletzt 2009 durch Auswaschung und Absacken ein Erdbeben verursacht hat - darüber liegt eine Torfschicht, die Gründungen für Gebäude in dieser Höhe und Größe erschwert. Bereits beim Bau des bestehenden Aldi-Gebäudes traten Schäden an den Fassaden von Anwohnern auf. Bei dem Informationstermin geäußerte Ängste und Bedenken der Anwohnerinnen und Anwohner, dass durch die geplanten gewaltigen Baumaßnahmen erneut Schäden auftreten könnten, werden von der PEG als unbegründet abgetan. Denn, so die Antwort des Projektentwicklers, man plane eine Vielzahl Pfähle im Boden zu verankern, um die tonnenschwere Last auszugleichen und ein Absacken der Gebäude zu verhindern. „Eine Beeinträchtigung oder Erhöhung der Gefahr für benachbarte Bebauung besteht hierbei nicht.“Wissenschaftliche Untersuchungen (siehe Links) besagen etwas anderes:

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2. Verkehrsplanung: 
Die PEG schreibt, der Flottbeker Wochenmarkt verfüge über keine eigenen Stellplätze, der „Suchverkehr“ führe zu erhöhter Lärmbelästigung und erzeuge regelmäßig chaotische Verkehrssituationen. Fakt ist, dass derzeit an Markttagen der Aldi-Parkplatz von Marktbesuchern genutzt wird – was wiederum Aldi nicht gefällt, da weniger Parkplätze für die eigenen Kunden vorhanden sind. Die PEG plant, den gesamten Zu- und Abgangsverkehr für Aldi-Kunden und Bewohner der geplanten Häuser über die (Kreuzung Osdorfer)Groß Flottbeker Straße zu führen. Einer Einfahrt, die schon jetzt ein Nadelöhr ist. Und: Eine Verkehrsberuhigung für den Flottbeker Marktweg „soll geprüft werden“, für Anwohner bestehe die Möglichkeit, die Stellplätze „außerhalb der Marktzeiten“ zu nutzen. Kurz: Verkehrschaos und Lärmbelästigung sind vorprogrammiert.

3. „Das Regenrückhaltebecken gleicht einem Biotop“. 
Die PEG bezweifelt den Wert einer Grünfläche, die unzweifelhaft Heimat einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen ist und die in ein gesetzlich geschütztes Biotop übergeht. Ein unabhängiges Gutachten der Umweltbehörde wird demnächst erstellt, dennoch besagen die bereits jetzt vorliegenden Klassifizierungen, dass es sich um weit mehr als um eine „mit einer Betondecke versiegelten Fläche, teilweise bewachsen mit Büschen und Gräsern“ handelt.

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4. Die Besitzverhältnisse: 
Tatsache ist, dass die Fläche des Marktes und die des Regenrückhaltebeckens (der umliegenden Grünflächen, des Biotops) derzeit der Stadt gehören. Die PEG schreibt, „die neuen Eigentumsverhältnisse ermöglichen dem Wochenmarkt und dem Einzelhandel einen zukunftssicheren Betrieb“. Diese Behauptung ist durch nichts belegt: Der Markt bleibt auch nach dem geplanten Umzug auf einem städtischen Grundstück, da spielen die Eigentumsverhältnisse überhaupt keine Rolle – Aldi dagegen wäre der große Gewinner und bekäme die Fläche des Marktes hinzu. Und das wäre zweifellos ein Beitrag zur Zukunftssicherung des Discounters!

Wir, die Initiative „Rettet den Flottbeker Markt“, werden die uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um diese Pläne zu verhindern: Wir sind gegen die Zerstörung des Charakters dieses (Wohn)Viertels. Wir wehren uns, dass ein Biotop und Grünflächen planiert und versiegelt werden, die Heimat für zahlreiche Tiere und Pflanzen sind. Wir befürchten, dass durch die Bauarbeiten und auch danach erneut Schäden an der umliegenden Bebauung verursacht werden. 

Wir wollen unseren Flottbeker Markt so erhalten, wie er ist – dafür kämpfen wir!

Wir weisen an dieser Stelle darauf hin, dass eine Vervielfältigung und die Verwendung von einzelnen Inhalten aus der Projektbroschüre untersagt und nur mit Genehmigung der PEG erlaubt sind!

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